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Genbank Parkinson’sche Krankheit Deutschland (GEPARD)

 

‘Die kürzlich gelungene Identifizierng genetischer Ursachen mehrerer familiärer Parkinson-Syndrome zeigt, dass die idiopathische Parkinson-Krankheit eine heterogene Erkrankungsgruppe darstellt.
Neben der ganz überwiegenden sporadischen Parkinson-Krankheit gibt es sowohl autosomal-dominante als auch rezessive Erbgänge. Die Ätiologie der sporadischen Parkinson-Krankheit ist noch immer unklar. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die bereits identifizierten Mutationen auch von Bedeutung für die Pathogenese der sporadischen Parkinson-Krankheit sein könnten, obwohl die Funktion der entsprechenden Gene - wie im Falle von Parkin oder alpha-Synuclein - einen Zusammenhang vermuten lassen. Bei den häufigen sporadischen Formen handelt es sich wahrscheinlich um polygene Erkrankungen, bei denen eine spezifische Konstellation mehrerer Genloci, möglicherweise in Kombination mit bislang ebenfalls nicht identifizierten Umweltfaktoren, zu der Erkrankung führt. Im Gegensatz zu den monogenen Formen sind zur Aufklärung solcher komplexen genetischen Ursachen große Gruppen gut untersuchter und charakterisierter Patienten, Familienangehöriger und Kontrollpersonen erforderlich.
Um dies zu ermöglichen, wurde im Rahmen des Kompetenznetz Parkinson die “Genbank Parkinson’sche Krankheit Deutschland” (GEPARD) aufgebaut. Auch diese Genbank ist als Netzwerk konzipiert: GEPARD-Zentren in Bonn, Dresden, Lübeck, Marburg und Tübingen lagern die im gesamten KNP gesammelten DNA-Proben von Parkinson-Patienten, deren Verwandten sowie gesunden Kontrollpersonen. Duplikate von allen Proben werden in Bonn gelagert. Im August 2005 umfasst die Sammlung mehr als 1700 Proben. Die Genbank stellt somit zwar eine der größten DNA-Sammlungen von Patienten mit Parkinson-Krankheit dar, repräsentiert aber dennoch lediglich 0,5 % aller deutschen Patienten.

Biomaterialbanken wie die KNP-Genbank unterliegen dem Datenschutzrecht. Da Genanalysen Konflikte provozieren können, die das Selbstbestimmungsrecht der Patienten, der Betroffenen, tangieren, unterliegen diese Daten einem ganz besonderen Schutz. Der Datenschutz nimmt im Kompetenznetz Parkinson daher einen hohen Stellenwert ein. Für die Genbank hat das KNP ein Datenschutzkonzept entwickelt, dem die Datenschutzbeauftragten der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Berlin und Nordrhein-Westfalen bereits zugestimmt haben. Erstmals in Deutschland wurde damit für eine Biomaterialbank eine datenschutzrechtliche Genehmigung erteilt.

Leitung der Genbank GEPARD: Prof. Dr. U. Wuellner

Klinik und Poliklinik für Neurologie
Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Str. 25
53105 Bonn

Telefon: ++49 (0) 228 28715714
Fax: ++49 (0) 228 28715024
Email: parkinson@ukb.uni-bonn.de

http://www.neurologie.uni-bonn.de/

 

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