KNP_Logo_Homepage Ökonomie

 

Ökonomische Analyse des idiopathischen Parkinson-Syndroms

 

Das Ökonomie-Projekt des KNP hat zum Ziel, ein Prädiktionsmodell für die Kosten des idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS) zu entwickeln. Neben der detaillierten Erhebung aller Kostenarten wurden auch die kostenbestimmenden Faktoren der Parkinson-Erkrankung identifiziert.
Von der Arbeitsgruppe Ökonomie wird eine 3-jährige prospektive Langzeitstudie durchgeführt, die medizinische und nicht-medizinische Kosten bei Patienten mit Morbus Parkinson erfasst. Außerdem analysiert sie die Kostenprogression und damit assoziierte ökonomische Konsequenzen sowie den Einfluss auf die Lebensqualität. Die 6- und 12-Monatswerte sind evaluiert und zur Veröffentlichung eingereicht.
Ermittelt wurden die direkten Gesamtkosten (medizinische und nicht-medizinische Kosten, Kosten der Medikation), die indirekten Kosten sowie die Eigenleistungen der Patienten. Auch die jährlichen Leistungen der Renten- und Pflegeversicherung waren Gegenstand der Evaluation.
Zudem wurden die Faktoren, welche die Höhe der Gesamtkosten am meisten beeinflussen, ermittelt.

Leitung: Prof. Dr. Richard Dodel

Klinik für Neurologie der Universität Marburg

Thema:
Ökonomische Analyse des idiopathischen Parkinson-Syndroms - eine deskriptive prospektive 3-jährige Langzeitstudie.

Hintergrund:
Eine ökonomische Bewertung von Erkrankungen ist angesichts kontinuierlich steigender Kosten und begrenzter Ressourcen im Gesundheitswesen notwendig. Chronisch degenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems, von denen das idiopathische Parkinson-Syndrom eine der häufigsten darstellt, sind aufgrund ihres progredienten Verlaufes mit erheblichen Kosten verbunden. Die ökonomische Belastung setzt sich aus medizinischen und nicht-medizinischen Kosten zusammen, wobei insbesondere die nicht-medizinischen Kosten erhebliche Ausgaben für das Gesundheits- und Sozialwesen in Deutschland bedingen. Die Studienlage zur Evaluierung ökonomischer Auswirkungen von Erkrankungen ist derzeit trotz der erheblichen gesundheitspolitischen Relevanz ungenügend. Für das idiopathische Parkinson-Syndrom liegen zwei retrospektive und eine prospektive Kostenanalyse (direkte und indirekte medizinische Kosten) mit geringen Fallzahlen vor. Langzeitstudien mit größeren repräsentativen Stichproben, die auch eine Analyse der nicht-medizinischen Kosten beinhalten, existieren bis heute jedoch nicht.

Ziel:
Um Aussagen über die ökonomische Belastung zu erheben, wird eine 3-jährige multizentrische Längsschnittuntersuchung geplant, in deren Verlauf bei einer Stichprobe von ca. 200 – 300 Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom relevante Daten zur Erfassung medizinischer und nicht-medizinischer Kosten prospektiv erfaßt werden. Die untersuchten Patienten sollen nach Schweregraden der Parkinsonsymptomatik (Hoehn und Yahr-Stadium I-V) geschichtet werden. Die Krankheitskosten werden in Abhängigkeit von den verschiedenen Ausprägungstypen der Erkrankung und aufgeteilt in verschiedene Kostenkomponenten beschrieben. Durch die 3-jährige Beobachtungszeit ist es erstmals möglich, die Progression der Erkrankung und die damit assoziierten ökonomischen Konsequenzen in Relation zu dokumentieren. Auf der Basis der gewonnenen Daten soll versucht werden, ein Prädiktionsmodell für die Kosten des idiopathischen Parkinson-Syndroms zu entwerfen. Ein weiterer Schwerpunkt soll in der Kostenevaluierung der Tiefenhirnstimulation liegen. Im Vergleich mit nicht-operierten Patienten soll, neben einer Krankheitskostenstudie, der Kosten-Nutzen dieser Therapie-Option evaluiert werden.

Methode:
Nach Erstellung des Studienprotokolls werden in einer Vorbereitungsphase randomisiert 20 Studienzentren mit ambulanten und stationären Versorgungseinrichtungen für Parkinson-Patienten im Kompetenznetz ermittelt, um ein möglichst repräsentatives Patientenkollektiv zu rekrutieren. Je Zentrum sollen 10-15 Studienteilnehmer eingeschlossen werden. Entspricht ein Patient den Einschlußkriterien (M. Parkinson entsprechend den United Kingdom Brainbank Kriterien, Hoehn und Yahr-Stadium I-V) erfolgt eine Erhebung von Daten zur deskriptiven Analyse medizinischer und nicht-medizinischer Kosten. Es handelt sich im ersten Schritt um eine Krankheitskostenstudie, im zweiten Schritt sollen Kosten-Nutzen-Relationen verschiedener Therapieoptionen evaluiert werden. Die Kosten werden aus der Gesellschaftsperspektive ("societal perspective") bewertet. Diese deskriptive Datenerhebung wird alle 6 Monate unter paralleler Dokumentation des Schweregrades der Erkrankung über einen Zeitraum von 3 Jahren bei jedem Patienten wiederholt.

Weitere Informationen

Vernetzung mit anderen Kompetenznetz-Teilprojekten:
Tiefenhirn-Stimulation
Früh- und Differentialdiagnose
Multizenterstudien
 

Ansprechpartner:
 

Prof. Dr. Richard Dodel
Philipps-Universität Marburg
Neurologische Klinik
Baldingerstraße
35043 Marburg

Tel.: 06421-5866251
Email: richard.dodel@staff.uni-marburg.de
 

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